Professioneller Hersteller von Formen für Kunststoffrohrverbindungen mit 20 Jahren Erfahrung – Spark Mould
Interne Hinterschneidungen stellen eine der größten geometrischen Herausforderungen bei der Konstruktion von Spritzgussformen dar. Während Schieber (Seitenauswerferkerne) externe Hinterschneidungen effizient handhaben, erfordern interne Hinterschneidungen – Merkmale wie interne Schnapphaken, Gewindeansätze mit Halterippen, interne Verriegelungsnasen und interne Bajonettverschlüsse – einen grundlegend anderen mechanischen Ansatz. Der Auswerfer, auch Schrägauswerfer oder Winkelauswerfer genannt, ist die branchenübliche Lösung zum Auswerfen dieser internen Merkmale, ohne Kompromisse bei Zykluszeit oder Teilequalität einzugehen.
Ein Auswerfer ist ein hin- und hergehendes Formbauteil, das eine axiale Auswurfbewegung mit einer seitlichen Verschiebung kombiniert, um eine innere Hinterschneidung zu lösen. Im Gegensatz zu einem Schieber, der senkrecht zur Formöffnungsrichtung über einen Winkelbolzen oder einen Hydraulikzylinder betätigt wird, bezieht der Auswerfer seine seitliche Bewegung ausschließlich aus dem Neigungswinkel seines Körpers relativ zur Auswurfrichtung.
Grundprinzip: Während sich die Auswerferplatte nach vorne (in Richtung des Formhohlraums) bewegt, bewegt sich der durch seine abgewinkelte Führungsbuchse oder -tasche geführte Auswerfer gleichzeitig nach oben und seitlich. Diese kombinierte Bewegung hebt das Werkstück vom Kern ab und zieht gleichzeitig den Auswerferkopf aus der inneren Hinterschneidung heraus.
| Parameter | Heber | Schieberegler |
| Hinterschnitttyp | Nur für interne Zwecke | Nur für externe Zwecke |
| Betätigungsmechanismus | Auswurfhub | Winkelbolzen / Hydraulikzylinder |
| Reiserichtung | Zusammengesetzt (axial + lateral) | Rein lateral |
| Platzbedarf | Innerhalb des Kernbereichs | Erfordert eine Verlängerung der Formbasis. |
| Werkzeugwartung | Mäßig (verschleißanfällig) | Höher (mehr bewegliche Teile) |
| Typischer Reisebereich | 2–15 mm seitlich | 5–50 mm seitlich |
| Zykluszeitauswirkungen | Keine (Teil des Auswurfs) | Erhöht (Folienrücklauf) |
Die entscheidende Konstruktionsregel lautet: Befindet sich die Hinterschneidung an der Innenseite des Bauteils (zum Kern hin), ist ein Auswerfer die bevorzugte Lösung. Befindet sich die Hinterschneidung an der Außenseite (zum Hohlraum hin), ist ein Gleitstück erforderlich.
Der Hubwinkel (θ) ist der mit Abstand wichtigste Konstruktionsparameter. Er definiert das Verhältnis zwischen Auswurfhub (S_ej) und seitlichem Hinterschnittfreigabeweg (S_lat).
Grundlegende Beziehung: tan(θ) = S_lat / S_ej
Hauptbeschränkung: Der Auswerferwinkel darf bei Standardanwendungen 15° nicht überschreiten und sollte bei Werkzeugen mit hoher Produktionsleistung (über 1.000.000 Zyklen) 12° nicht überschreiten. Bei einem Winkel von über 15° steigen die Seitenkräfte auf den Auswerferkörper exponentiell an, was zu beschleunigtem Verschleiß, Fressen und vorzeitigem Ausfall führt.
Sekundäre Einschränkungen:
Beispielrechnung:
Gegeben:
- Tiefe der inneren Hinterschneidung: 3,2 mm
- Sicherheitsabstand: 0,8 mm
- Erforderlicher S_lat-Wert: 4,0 mm
- Maximaler Auswurfhub: 40 mm
tan(θ) = 4,0 / 40 = 0,100
θ = arctan(0,100) = 5,71°
Dieser Winkel (5,71°) liegt deutlich innerhalb des sicheren Betriebsbereichs und bietet ausreichend Spielraum für seitliche Bewegungen.
Für einen zuverlässigen Betrieb ist ein ausreichender Abstand zwischen dem Heber und dem ihn umgebenden Kernstahl unerlässlich.
Empfohlene Lichtraumwerte (Durchmesser):
| Heberdurchmesser | Betriebserlaubnis | Hochtemperatur-Formgebung (>120°C) |
| Ø6–10 mm | 0,008–0,015 mm | 0,015–0,025 mm |
| Ø12–20 mm | 0,010–0,020 mm | 0,020–0,035 mm |
| Rechteckige Klinge | 0,010–0,020 mm pro Seite | 0,020–0,030 mm pro Seite |
Zu geringe Toleranzen führen zu Fressen und Festfressen; zu große Toleranzen verursachen Gratbildung an der Trennlinie der Stößel.
Der Heberkopf (der Teil, der das Bauteilmerkmal bildet) muss mit ausreichendem Formschrägen und Radius konstruiert sein, um ein Festklemmen des Bauteils zu verhindern.
Konstruktionsregeln für den Hubkopf:
| Stahlgüte | Härte (HRC) | Eignung für den Anwendungsbereich |
| 1.2344 / H13 (ESR) | 48–52 | Allgemeine, moderate Produktionsläufe |
| 1.2363 / A2 | 56–60 | Hochleistungs-Heber mit kleinem Durchmesser |
| 1.2379 / D2 | 58–62 | Schleifmittel (Glas, Mineral) |
| 1.2343 / H11 | 46–50 | Hochbelastbare, große Heber |
| Pulvermetallurgie (V4E, ASP23) | 60–64 | Extrem starker Verschleiß, über eine Million Zyklen |
Oberflächenbehandlungen:
| Material | Härte | Max PV (Druck×Geschwindigkeit) | Schmierung |
| Gehärteter Werkzeugstahl (58–62 HRC) | 700–800 HV | 1,5 MPa·m/s | Schmiernuten |
| Phosphorbronze (CuSn8) | 150–200 HB | 3,0 MPa·m/s | Ölimprägniert |
| Bleibronze (CuSn7Pb) | 120–150 HB | 4,0 MPa·m/s | Selbstschmierend |
| Graphithaltige Bronze | 100–130 HB | 5,5 MPa·m/s | Trockenlauffähig |
Auswahlregel: Bei Stößeln mit einem berechneten Flächendruck > 20 MPa sind stets Bronzeführungsbuchsen mit Innenschmierung zu verwenden. Für extreme Bedingungen (> 35 MPa) sind graphitverstärkte Bronzebuchsen vorzusehen.
Fettgeschmierte Systeme (Standardverfahren):
Ölgeschmierte Systeme (für Hochgeschwindigkeitsanwendungen):
Trockenlaufsysteme (Reinraum oder Medizin):
Klebstoffverschleiß (Fressverschleiß):
Abrasiver Verschleiß:
Reibverschleiß:
Die Heber erzeugen unweigerlich Unterbrechungen im Kernkühlkreislauf, da die Hebertasche Platz beansprucht, der ansonsten Kühlkanäle enthalten würde. Dieser thermische Schatteneffekt führt zu lokalen Hotspots an der Heberposition, die oft 5–15 °C über der Zielformtemperatur liegen.
Folgen unzureichender Kühlung:
| Leistungsvergleich | |||
| Kühlstrategie | Temperaturreduzierung am Heber | Zusätzlicher Kostenfaktor | Wartungsintervall |
| Keine Kühlung (Ausgangswert) | 0°C | 1.0× | Standard |
| Umgehungsleitung | −3 °C bis −5 °C | 1.1× | Standard |
| Kühlung der Hebebühnenbasis | −5 °C bis −8 °C | 1.3× | Standard |
| Koaxialkühlung | −10 °C bis −15 °C | 2.5× | Reduziert |
Symptome: Die Ausstoßkraft nimmt stetig zu; beim Ausstoß ist ein hörbares Quietschen zu vernehmen; am Stößelkörper sind sichtbare Fressspuren erkennbar.
| Ursachen und Lösungen | ||
| Ursache | Diagnoseverfahren | Korrekturmaßnahme |
| Unzureichende Bodenfreiheit | Messen Sie den Durchmesser des Stößels im Verhältnis zum Innendurchmesser der Buchse; Vergleiche mit Abschnitt 2.3 | Den Abstand um 0,005–0,010 mm erhöhen. |
| Wärmeausdehnung (Heißform) | Formtemperatur am Heber messen Standort vs. Designspezifikation | Vergrößern Sie den Freiraum für den Betrieb bei hohen Temperaturen. oder Kühlung hinzufügen |
| Schuttverschmutzung | Prüfen Sie Stößel und Buchse auf eingebettete Partikel | Dichtungen für Scheibenwischer montieren, Schimmelpflege verbessern |
| Fehlausrichtung (verbogener Stößel) | Prüfen Sie die Geradheit der Stößel am V-Block. (maximaler Rundlauffehler 0,02 mm) | Stößel ersetzen, Ausrichtung der Führungsbuchse prüfen. |
| Überdrehte Führungsbuchse | Prüfen Sie die Buchsenbohrung auf Ovalität. | Tasche nachbearbeiten, Klemmdruck verringern |
Symptome: Teilweiser Grat an der Hinterschnittstelle; zunehmendes seitliches Spiel; verringerter Hinterschnitteingriff.
| Ursachen und Lösungen: | ||
| Ursache | Diagnoseverfahren | Korrekturmaßnahme |
| Normaler abrasiver Verschleiß >500.000 Zyklen | Messen Sie den Außendurchmesser des Stößels im Vergleich zur Originalspezifikation. | Stößel ersetzen; auf beschichtete Stößel umrüsten |
Glas-/Mineralfüllstoffabrieb | Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der Verschleißoberfläche | Upgrade auf D2/TiAlN; Erhöhung der Härte der Führungsbuchse |
| Unzureichende Schmierung | Sichtprüfung des Fettzustands | Erhöhung der Nachschmierhäufigkeit; Umstellung auf Ölschmierung |
| Kantenbelastung (Fehlausrichtung) | Abnutzungsmuster einseitig versetzt | Auswerfersystem neu ausrichten; Parallelität der Auswerferplatte prüfen. |
Symptome: Plötzlicher Ausfall der Auswurffunktion; abgebrochener Auswerfer im Formteil oder Werkstück gefunden; Werkzeug blockiert.
Unmittelbare Ursachen:
Präventive Maßnahmen:
Symptome: Dünne Kunststoffrippe an der Grenzfläche zwischen dem Auswerferkopf und dem Hohlraum-/Kernstahl. Sichtbar am Formteil als Führungslinie oder dünner Steg.
Hauptursachen:
Korrekturmaßnahmen:
Der Auswerfer nimmt eine unverzichtbare Stellung im Werkzeugkasten des Werkzeugkonstrukteurs ein – eine Stellung, die sich nicht ohne erhebliche Mehrkosten und Komplexitätssteigerungen durch Schieber oder andere Mechanismen zur Hinterschneidungsentkopplung ersetzen lässt. Durch die Anwendung der in diesem Leitfaden beschriebenen Konstruktionsprinzipien, Berechnungen und Wartungsprotokolle können Werkzeugkonstrukteure Auswerfersysteme spezifizieren, die über lange Produktionsläufe hinweg eine gleichbleibende, gratfreie Leistung gewährleisten.