Professioneller Hersteller von Formen für Kunststoffrohrverbindungen mit 20 Jahren Erfahrung – Spark Mould
Bei der Herstellung von Spritzgussformen ist die Wahl des Formstahls nicht nur eine Beschaffungsentscheidung, sondern eine entscheidende technische Entscheidung, die die Lebensdauer der Form, die Zykluszeiteffizienz, die gleichbleibende Teilequalität und die Gesamtbetriebskosten direkt beeinflusst. Eine Form aus der falschen Stahlsorte kann nach 50.000 Zyklen katastrophal versagen, während eine korrekt dimensionierte Form mit minimalem Wartungsaufwand über 1 Million Schüsse ermöglicht.
Dieser Leitfaden bietet einen vollständigen technischen Rahmen für die Auswahl von Spritzgussstahl und umfasst Folgendes:
Spritzgussstähle lassen sich anhand ihrer metallurgischen Eigenschaften und Wärmebehandlungsanforderungen grob in vier Kategorien einteilen:
Vorgehärtete Stähle werden im gehärteten und vergüteten Zustand geliefert, typischerweise im Bereich von 28–40 HRC. Sie benötigen nach der Bearbeitung keine weitere Wärmebehandlung, wodurch das Risiko von Verzug oder Maßänderungen während der Wärmebehandlung ausgeschlossen wird.
Diese Stähle werden im geglühten (weichen) Zustand geliefert und nach der Bearbeitung gehärtet. Sie erreichen eine deutlich höhere Härte (48–58 HRC), erfordern jedoch eine sorgfältige Kontrolle von Verzug und Dimensionsstabilität während der Wärmebehandlung.
Diese martensitischen Edelstähle bieten inhärente Korrosionsbeständigkeit in Kombination mit guter Härte. Sie sind unerlässlich für die Verarbeitung von PVC, CPVC, flammhemmenden Sorten und anderen halogenhaltigen Polymeren, die bei der Verarbeitung korrosive Nebenprodukte freisetzen.
Zu dieser Kategorie gehören Kupferlegierungen (Berylliumkupfer, AMPCO), pulvermetallurgische Stähle und Hochleistungswerkzeugstähle, die für spezielle technische Herausforderungen entwickelt wurden.
P20 ist der weltweit am häufigsten verwendete Spritzgussstahl und macht schätzungsweise 60–70 % aller Kavitäts- und Kernplatten in Produktionsformen aus.
| Eigentum | Wert |
| Härte (vorgehärtet) | 28–32 HRC (1.2311) / 30–34 HRC (1.2312) |
| Zusammensetzung | 0,35 % C, 1,7 % Cr, 0,4 % Mo, 0,8 % Mn |
| Polierbarkeit | Gut bis SPI A-2 (Körnung 600) |
| Schweißbarkeit | Hervorragend mit passendem Füllmaterial |
| Wärmeleitfähigkeit | 29 W/m·K |
| EDM-Bearbeitbarkeit | Gut |
H13 ist ein Warmarbeitsstahl, der sich besonders für Anwendungen eignet, die eine hohe Härteerhaltung bei erhöhten Formtemperaturen (150–350°C) erfordern.
| Eigentum | Wert |
| Härte (gehärtet) | 46–52 HRC |
| Zusammensetzung | 0,40 % C, 5,0 % Cr, 1,35 % Mo, 0,95 % V |
| Polierbarkeit | Gut bis SPI A-1 (diamantpoliert) |
| Schweißbarkeit | Gut (Vorheizen erforderlich) |
| Wärmeleitfähigkeit | 25 W/m·K |
| Maximale Betriebstemperatur | 540°C (1000°F) |
S7 ist für Anwendungen konzipiert, die hohen Stößen und mechanischen Erschütterungen ausgesetzt sind, insbesondere für Formteile, die zyklischer Belastung ausgesetzt sind.
| Eigentum | Wert |
| Härte (gehärtet) | 48–56 HRC |
| Zusammensetzung | 0,50 % C, 3,25 % Cr, 1,40 % Mo, 0,25 % V |
| Schlagzähigkeit | Ausgezeichnet (Charpy-V-Kerbe: 30–45 J) |
| Polierbarkeit | Mäßig |
| Schweißbarkeit | Gut |
| Wärmeleitfähigkeit | 24 W/m·K |
420SS ist ein martensitischer Edelstahl, der inhärente Korrosionsbeständigkeit mit hervorragender Polierbarkeit verbindet. Er ist der Industriestandard für Formen, die korrosive Polymere verarbeiten.
| Eigentum | Wert |
| Härte (gehärtet) | 48–53 HRC |
| Zusammensetzung | 0,38 % C, 13,5 % Cr, 0,50 % Mo, 0,50 % Ni (1,2083 ESR) |
| Polierbarkeit | Exzellent bis SPI A-3 (Spiegelglanz) |
| Korrosionsbeständigkeit | Gut (erfordert Passivierung) |
| Wärmeleitfähigkeit | 20 W/m·K |
| Schweißbarkeit | Fair (Vorwärmen und Wärmebehandlung nach dem Schweißen erforderlich) |
NAK80 (japanischer Stahl) und Cena1 (europäisches Äquivalent) sind vorgehärtete Stähle, die eine hervorragende Polierbarkeit bieten, ohne dass eine Durchhärtung erforderlich ist.
| Eigentum | Wert |
| Härte (vorgehärtet) | 37–43 HRC |
| Zusammensetzung | 0,15 % C, 3,0 % Ni, 1,0 % Cu, 1,0 % Cr, 0,3 % Mo |
| Polierbarkeit | Exzellent bis SPI A-1 (Diamantpolitur) |
| Schweißbarkeit | Gerecht |
| Bearbeitbarkeit | Gut (im nicht gehärteten Zustand) |
| Fotoätzen | Exzellent |
4140 ist ein legierter Stahl, der häufig für Formgrundplatten (Bauteile ohne Kavität) und kostengünstige Formeinsätze verwendet wird.
| Eigentum | Wert |
| Härte (vorgehärtet) | 28–34 HRC |
| Zusammensetzung | 0,40 % C, 1,0 % Cr, 0,20 % Mo, 0,85 % Mn |
| Polierbarkeit | Mittel (nicht geeignet für Hochglanzpolitur) |
| Schweißbarkeit | Exzellent |
| Kosten | 40–60 % weniger als P20 |
D2 ist ein hochkohlenstoffhaltiger, hochchromhaltiger Werkzeugstahl, der durch seinen hohen Anteil an Chromkarbiden eine hervorragende Abrasionsbeständigkeit bietet.
| Eigentum | Wert |
| Härte (gehärtet) | 58–62 HRC |
| Zusammensetzung | 1,55 % C, 12,0 % Cr, 0,80 % Mo, 0,90 % V |
| Verschleißfestigkeit | Ausgezeichnet (3–5× P20) |
| Polierbarkeit | Mittelmäßig (Risiko des Hartmetallausbrechens) |
| Korrosionsbeständigkeit | Mäßig (Cr-Karbide verarmen die Matrix an Cr) |
| Zähigkeit | Gering (spröde in dünnen Abschnitten) |
Kupferlegierungen bieten eine 5- bis 10-mal höhere Wärmeleitfähigkeit als Werkzeugstähle und sind daher für die Vermeidung von Hotspots in Spritzgussformen unverzichtbar.
| Eigentum | AMPCO 940 | BeCu C17200 |
| Härte | 20–30 HRC | 35–42 HRC (ältere Personen) |
| Wärmeleitfähigkeit | 130 W/m·K | 105 W/m·K |
| Verschleißfestigkeit | Niedrig | Mäßig |
| Kosten | Sehr hoch | Hoch |
| Druckfestigkeit | 550 MPa | 1100 MPa |
Die folgende Tabelle bietet einen direkten Vergleich aller wichtigen Stahlsorten für Spritzgussformen anhand von 10 kritischen technischen Parametern:
| Eigentum | P20 | H13 | S7 | 420SS | NAK80 | D2 | 4140 | BeCu |
| Härte (HRC) | 30 | 50 | 52 | 50 | 40 | 60 | 32 | 40 |
| Härte nach dem Nitrieren (HRC) | 55 | 68 | 65 | 58 | 55 | 65 | 55 | - |
| Verschleißfestigkeit (1–10) | 3 | 7 | 6 | 5 | 4 | 9 | 3 | 2 |
| Wärmeleitfähigkeit (W/m·K) | 29 | 25 | 24 | 20 | 27 | 20 | 42 | 105 |
| Polierbarkeit (1–10) | 6 | 7 | 5 | 9 | 9 | 3 | 4 | 5 |
| Korrosionsbeständigkeit (1–10) | 2 | 2 | 2 | 9 | 2 | 3 | 2 | 4 |
| Schlagzähigkeit (J) | 20 | 15 | 40 | 10 | 18 | 5 | 25 | 20 |
| EDM-Bearbeitbarkeit (1–10) | 8 | 7 | 6 | 6 | 7 | 4 | 8 | 9 |
| Schweißbarkeit (1–10) | 9 | 7 | 7 | 5 | 5 | 3 | 9 | 5 |
| Relativer Kostenfaktor | 1.0× | 1.3× | 1.4× | 1.3× | 2.5× | 1.5× | 0.5× | 5–8× |
Wichtigste Erkenntnis: Keine Stahlsorte ist in allen Kategorien überlegen. Bei der Auswahl müssen Verschleißfestigkeit, Wärmeleistung, Polierbarkeit und Kosten für jede spezifische Werkzeuganwendung optimal aufeinander abgestimmt werden.
Oberflächenbeschichtungen stellen eine Strategie mit hohem ROI dar, um die Lebensdauer von Formen zu verlängern, ohne den Grundstahl zu verändern. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Beschichtungstechnologien zusammen:
| Beschichtung | Typ | Härte (HV) | Reibungskoeffizient | Maximale Temperatur | Anwendung |
Zinn (Titannitrid) | PVD | 2300 | 0.40 | 600°C | Allgemeiner Verschleißschutz |
TiAlN (Titan-Aluminium-Nitrid) | PVD | 3300 | 0.35 | 800°C | Hochtemperaturformen, glasfaserverstärkte Materialien |
DLC (Diamantartiger Kohlenstoff) | PVD | 3000–5000 | 0.10–0.20 | 350°C | Klebrige Materialien, verbesserte Trennmittelherstellung |
CrN (Chromnitrid) | PVD | 2000 | 0.35 | 700°C | Korrosion und Verschleiß, PVC-Formen |
Verchromung (Hartchrom) | Elektrolytisch | 800–1000 | 0.20 | 400°C | Torbereiche, Verschleißflächen (ältere Technologie) |
Chemisch Nickel (Ni-P) | Chemische | 500–700 | 0.35 | 300°C | Korrosionsschutz, gleichmäßige Beschichtung auf komplexen Geometrien |